Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden überhaupt. 3300 vor Chr. gab es schon Überlieferungen des Einsatzes der Blutegel in der Medizin. Es gibt etwa 15 verschiedene Egelarten, die medizinisch eingesetzt werden.

Während des Saugens bringt der Egel seinen Speichel auch Salvia genannt in die Wunde ein, von dem mal gerade 200 Inhaltsstoffe bekannt und erforscht sind. Der Blutegel gibt viele verschiedene Enzyme beim Saugakt (z.B. HIRUDIN, EGLIN, BDELLIN, CALIN, HYALURONIDASE, HEMENTIN, HAEMADIN, u. a. Substanzen) an den Patienten ab und diese wirken:

– Antiphlogistisch
– Schmerzlindernd bis zur Analgesie
– Durchblutungsfördernd
– Lymphstrom erhöhend
– Antispasmodisch
– Antibiotische Wirkung
– Durch die lokale Gefäßerweiterung krampflösend

Indikationen sind u.a. Rheuma, Sportverletzungen, Thrombosen, Phlebitis, Arthrose, Arthritis (akut und chronisch), Discopathien, Cauda Equina Kompressionssyndrom, Hämatome, Ödeme, Sehnen-, Sehnenscheidenentzündungen, Thrombophlebitis und Durchblutungsstörungen nach Gewebetransplantation.

Beim Saugvorgang wird ständig Saliva in die Wunde abgegeben. Schon während sich der Egel mit seinen Mercedesstern-förmig angeordneten Zahnreihen in die Haut „sägt“, sorgen die Substanzen im Speichel für einen schmerzfreien Saugakt.

Diese Therapie mag vielen Leuten ekelig vorkommen, doch wer einmal in den Genuss eines Bisses durch einen Blutegel erfahren hat und danach seine Schmerzen wie weggeblasen sind, wird sie so lieben wie ich <3.